🗣 Erfahrungen mit Knoblauch aus zweiter Hand

Ich sehe meine Mutter regelmäßig, wenn sie meine Tochter aus der KITA abholt. Sie wusste von unserem möglichen Umzug in die Nachbarwohnung und als sie erfuhr, dass es nicht geklappt hatte, sagte sie nur, ich würde ja auch oft nach Knoblauch riechen.

- Ich finde du riechst oft stark nach Knoblauch, wiederholte sie.

- Was hat das damit zu tun?

- Ich möchte dich nur an meinen 60. Geburtstag erinnern.

Am Mittag ihres 60. Geburtstages hatte ich eine Pizza mit 14x doppelt Knoblauch gegessen. Beruflich, nicht privat. 14x doppelt Knoblauch mag übertrieben klingen, doch zuvor hatte ich bei diesem Italiener schon doppelt Knoblauch bestellt, aber so wenig Knoblauch geschmeckt, dass ich schätzte mit 14x doppelt Knoblauch ungefähr auf das gewünschte lauchige Geschmackserlebnis zu kommen. Doch die dann an den Tisch gebrachte Pizza übertraf meine Berechnungen bei weitem.

Am Abend auf der Geburtstagsfeier gab es eine Joghurtcreme zum Dessert. Thomas, der vor mir in der Schlange stand, drehte sich zu mir um und flüsterte verschwörerisch:

Du, in der weißen Creme ist Knoblauch drin, das rieche ich bis hier.

Ich wollte auf keinen Fall zurückflüstern und nickte angestrengt beiläufig. Unglücklicherweise saß Thomas auch an meinem Tisch und versuchte zur Joghurtcreme ein Tischgespräch anzuschieben. Zu seiner Frau gewandt wiederholte er essend: Da ist Knoblauch drin, Tine, ganz sicher! Tine schüttelte bloß den Kopf und ich war erleichtert, als niemand darauf einging.

- Liebe Mama, für unser Geschenk an dich haben wir jeden Euro zweimal umgedreht.

Ich stand mit meinen Geschwistern auf der kleinen Bühne des Festsaals und war froh, durch ein Mikrofon sprechen zu dürfen.

- Wir schenken dir etwas, das du dir schon immer gewünscht hast. Etwas, das macht man nicht oft im Leben.

Meine Mutter bekam ganz fiebrige Augen.

- Es ist wirklich ein einmaliges Geschenk.

Im Saal wurde es still.

- Du wirst verreisen. Für dich geht es diesen Winter nach...Brasilien!

Ausrufe des Staunens entfuhren manchem Gast, spontaner Applaus, das Gesicht meiner Mutter 3 Stunden Titanic der Film auf wenige Mikrosekunden Mimik komprimiert.

- Brasilien an der Kieler Bucht in Schleswig-Holstein.

Niemand lachte, manche schüttelten den Kopf, einige jubelten - sie hatten es nicht verstanden. Meine Mutter taumelte der Bühne entgegen und bedankte sich. Fast tat es mir sogar ein wenig Leid. Fast.

Zurück zu Hause wollte ich mich gerade ins Bett legen, als meine Freundin intervenierte.

- Nein, das geht nicht.

- Was ist? Den Knoblauchgeruch hatte ich ganz vergessen.

- Du riechst *würg* aus jeder Pore *würg* nach *würg* Knoblauch. Es ist *würg* nicht auszuhalten *würg*.

So endete der Geburtstag meiner Mutter. Für mich auf der Couch im Wohnzimmer.

- Und dann war da noch die Hochzeit deines Bruders.

- Ist ja gut Mama. Ich wusste gar nicht, dass du es so mit Gerüchen hast.

- Als der Trauzeuge deines Bruders zu mir kam, und mich fragte, ob du oft zum Griechen gehst. Zum Beispiel heute morgen vor der Hochzeit.

- Gegenfrage. Steigst du nicht immer Joachim-Mähl-Straße ein, wenn du mit der U-Bahn zur KITA kommst?

In der Zeitung hatte ich gelesen, dass sich die Anwohner der U-Bahn-Haltestelle Joachim-Mähl-Straße, die über den Sommer mit einem Fahrstuhl und neuem Treppenaufgang ausgestattet worden war, nun über einen nicht näher definierten Gestank (St. Pauli) beschwerten, der aus dem U-Bahn-Schacht zu ihnen auf die Terrasse oder durchs offene Fenster kriechen würde.

- Ja, richtig.

- Fährst du jedes Mal mit dem Fahrstuhl diesen Gestank mit nach oben? Diesen Kriechgeruch?

- Was?! Nee, ich gehe immer die Treppe. Mit dem Fahrstuhl habe ich nichts zu tun!

- Ich hab dich aber schon mal Fahrstuhl fahren sehen!

- Wo?

- Einkaufszentrum.

- Ja, nagut, kann sein.

Mit zusammengekniffenen Augen nickte ich bedächtig. Kommissar Mütze hatte mal wieder eine Unschuldige überführt.

Most people ignore poetry because poetry ignores most people

Lovers lie around in it

Broken glass is found in it

Grass

I like that stuff

Tuna fish get trapped in it

Legs come wrapped in it

Nylon

I like that stuff

Eskimos and tramps chew it

Madame Tussaud gave status to it

Wax

I like that stuff

Elephants get sprayed with it

Scotch is made with it

Water

I like that stuff

Cigarettes are lit by it

Pensioners are happy when they sit by it

Fire

I like that stuff

Apemen take it to make them hairier

I ate a ton of it in Bulgaria

Yoghurt

I like that stuff

Man-made fibres and raw materials

Old rolled gold and breakfast cereals

Platinum linoleum

I like that stuff

Skin on my hands

Hair on my head

Toenails on my feet

And linen on my bed

Well I like that stuff

Yes I like that stuff

The earth

Is made of earth

And I like that stuff

Stufferation – Adrian Mitchell, gekürzt

Kinderschaumseife Calendula von Sonett

Sehr sparsam im Gebrauch, mit leistungsstarkem Schaumspender, der aus der enthaltenen Seifenflüssigkeit Schaumwolken zaubert. Besonders herausragend ist dabei die Beschleunigung des Spenders, der die Seife als Schaum bis zu 7 Meter weit durch das Badezimmer katapultiert. Dabei brennt die Kinderschaumseife gleichmäßig im Auge und lässt sich auch rückstandslos von Möbeln und Tapete entfernen.

Sollte die Seifenflüssigkeit im Spender einmal aufgebraucht sein, läßt sie sich mit dem ebenso erhältlichen 5 Liter-Nachfüllfass aus Edelstahl problemlos wieder auffüllen. Das besondere: Hierbei hat man 30 Liter Seife durch Druckbetankung unter Anleitung eines HSV-Fans auf 5 kompakte Liter komprimiert. Im Sinne des Upcyclings ist auch der Einsatz als mobile Cafe Crema-Maschine vorstellbar, wer z.B. im ICE auf den Bordkaffee und Durchfall und Herzrasen und Herpes verzichten möchte. In der eigenen Küche habe ich mit dem leeren Spender schon Babybrei moussiert. Ich schreibe es noch einmal: Moussiert.

So, die Familie ist aus dem Haus, ich muss nun laut zu Adele mitsingen.

Rolling in the deep,

Meter

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